Wie eine bewusste Ernährung Frauen in einer Zeit des Wandels unterstützt
Die Menopause ist eine wichtige Übergangsphase – ein Moment körperlicher, hormoneller und emotionaler Veränderungen. Viele Frauen erleben diese Zeit als herausfordernd: Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen oder ein verändertes Verhältnis zum eigenen Körper.
Doch die Menopause ist kein Verlust, sondern eine neue Form von Balance. Und die Ernährung kann dabei zu einer wertvollen Verbündeten werden.
„Eine ausgewogene und personalisierte Ernährung ist ein fundamentales Werkzeug, um Frauen durch die Menopause zu begleiten und ihnen zu helfen, eine neue Harmonie mit ihrem Körper zu finden“, erklärt Claudia Arganini, Ernährungsberaterin an der Marienklinik Bozen.
Hormonelle Veränderungen verstehen – und annehmen
Mit dem Rückgang der Östrogene verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Fettverteilung verändert sich und der Energiebedarf sinkt. Auch die Knochengesundheit, die Stimmung und die Schlafqualität können beeinflusst werden.
Diese Veränderungen sind natürlich – und lassen sich durch eine gezielte Ernährung positiv unterstützen.
Eine bewusste Ernährungsweise hilft, den Körper zu stabilisieren, das Gewicht zu regulieren und typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Reizbarkeit oder Müdigkeit zu lindern.
Essen als Unterstützung – nicht als Verzicht
Viele Frauen verbinden die Menopause mit strengen Diäten oder Einschränkungen. Doch dieser Ansatz funktioniert nicht.
„Essen ist kein Feind, den man bekämpfen muss, sondern ein Verbündeter, der uns stärken kann“, betont Claudia Arganini.
Es geht nicht um Verbote, sondern um bewusste Entscheidungen:
Was tut mir gut? Was gibt mir Energie? Was unterstützt meinen Körper in dieser Phase des Wandels?
Ziele einer ausgewogenen Ernährung in der Menopause
Ein individuell abgestimmter Ernährungsweg hilft, das körperliche und emotionale Gleichgewicht wiederzufinden. Die wichtigsten Ziele sind:
• Das Gewicht auf natürliche Weise stabilisieren – durch ausgewogene Mahlzeiten und einen aktiven Lebensstil.
• Das hormonelle Gleichgewicht unterstützen, auch mit Lebensmitteln, die reich an Phytoöstrogenen sind (Soja, Hülsenfrüchte, Leinsamen).
• Die Knochengesundheit stärken – über ausreichend Kalzium und Vitamin D.
• Energie, Vitalität und Schlafqualität verbessern.
• Das psychophysische Wohlbefinden im Alltag steigern.
• Die Menopause gelassener erleben, körperliche Veränderungen annehmen – ohne Kampf oder Schuldgefühle.
• „Wohlfühl-Lebensmittel“ wählen, ohne auf Genuss beim Essen zu verzichten.
Ein neues Gleichgewicht mit sich selbst finden
Ein gut strukturierter Ernährungsweg unterstützt nicht nur den Körper, sondern auch die emotionale Ebene.
„Es geht darum, wieder in Harmonie mit dem eigenen Körper zu kommen – ohne Urteil und ohne Druck“, unterstreicht Claudia Arganini.
Das bedeutet:
• Geduld und Nachsicht mit sich selbst
• Zeit für regelmäßige, angenehme Mahlzeiten
• Den Körper als Verbündeten sehen, nicht als Gegner
• Lebensmittel wählen, die nähren und guttun
Ein wissenschaftlicher, menschlicher und empathischer Ansatz
Claudia Arganini verbindet wissenschaftliche Kompetenz mit großer Aufmerksamkeit für die emotionale Dimension. Jede Frau macht ihre eigenen Erfahrungen – deshalb ist der Ernährungsweg immer individuell.
Es gibt keine radikalen Diäten oder starren Regeln, sondern eine Anleitung zu einer ausgewogenen, langfristig nachhaltigen Ernährung, die persönliche Vorlieben, Lebensrhythmen und Bedürfnisse respektiert.
„In der Menopause gut zu essen bedeutet, sich selbst etwas Gutes zu tun. Es ist ein Akt der Liebe zum eigenen Körper – keine Einschränkung.“
– Claudia Arganini, Ernährungsberaterin an der Marienklinik Bozen
Die Menopause ist ein natürlicher Lebensabschnitt, der mit bewussten Ernährungsentscheidungen gelassener erlebt werden kann.
So wird Essen zu weit mehr als nur Nahrung: Es wird zu einer Form der Fürsorge – ein Weg, um Gleichgewicht, Stärke und Vertrauen in sich selbst wiederzufinden.

Claudia Arganini, Ernährungsberatung