Osteoporose früh erkennen und vorbeugen mit der DEXA-Knochendichtemessung
Was passiert bei Osteoporose?
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochendichte und -struktur abnehmen. Die Knochen verlieren an Stabilität, werden porös und brechen leichter – häufig an Wirbelsäule, Hüfte oder Handgelenk.
Das Heimtückische: Die Krankheit verläuft anfangs ohne Symptome und bleibt oft unentdeckt, bis es zu einem ersten Knochenbruch kommt. Solche Frakturen können im höheren Alter die Lebensqualität stark einschränken oder sogar lebensbedrohlich werden.
Warum sind Frauen nach den Wechseljahren besonders gefährdet?
Mit dem Eintritt in die Menopause sinkt der Östrogenspiegel deutlich. Dieses Hormon hat eine schützende Wirkung auf den Knochenstoffwechsel – fällt dieser Schutz weg, beschleunigt sich der Knochenabbau.
„Osteoporose spürt man nicht. Das Problem zeigt sich oft erst, wenn es bereits zu einem Bruch gekommen ist. Deshalb ist Vorsorge so wichtig – besonders für Frauen in und nach den Wechseljahren“, betont Dr. Alexandra Tschager, Fachärztin für Gynäkologie an der Marienklinik.
Auch genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Mangelernährung oder bestimmte Medikamente (etwa Cortison) können das Risiko zusätzlich erhöhen.
Symptome und Verlauf
Osteoporose entwickelt sich meist schleichend. Erste Anzeichen können Rückenschmerzen, eine abnehmende Körpergröße oder Knochenbrüche bei leichten Stürzen sein. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Wirbelkörper verformen, was zu einer typischen Rundrückenhaltung führt.
Früherkennung mit der DEXA-Messung
Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA) gilt als Goldstandard in der Diagnose der Osteoporose.
„Die DEXA-Messung ist das präziseste und zuverlässigste Verfahren, um den Mineralgehalt der Knochen zu bestimmen und das individuelle Frakturrisiko einzuschätzen“, erklärt Dr. Vaccari, Facharzt für Radiologie.
Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und ist mit einer sehr geringen Strahlenbelastung verbunden.
Anhand des sogenannten T-Scores kann beurteilt werden, ob bereits eine Osteoporose oder eine Vorstufe (Osteopenie) besteht. So lassen sich frühzeitig gezielte Maßnahmen ergreifen, bevor es zu Brüchen kommt.
Vorbeugen und Knochen stärken
„Eine frühe Intervention kann die Entwicklung der Osteoporose verlangsamen oder sogar verhindern“, betont Dr. Carlo Sacchi, Facharzt für Orthopädie.
Ein gesunder Lebensstil spielt dabei eine entscheidende Rolle:
Kalziumreiche Ernährung: Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse oder kalziumreiches Mineralwasser.
Ausreichend Vitamin D: durch Sonnenlicht, ausgewogene Ernährung oder Nahrungsergänzung.
Regelmäßige Bewegung: Besonders belastende Aktivitäten wie Gehen, Laufen oder Krafttraining fördern den Knochenaufbau.
Risikofaktoren meiden: Verzicht auf Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum und phosphatreiche Getränke (z. B. Cola).
Sturzprophylaxe im Alltag: Teppichkanten sichern, rutschfeste Matten im Bad verwenden.
„Mit Hilfe der DEXA-Messung können wir Osteoporose frühzeitig erkennen und behandeln. Besonders Frauen nach den Wechseljahren sollten regelmäßig ihre Knochendichte überprüfen lassen“, ergänzt Dr. Alberta Dibiasi, Fachärztin für Gynäkologie.
Behandlung bei bestehender Osteoporose
Wird eine Osteoporose diagnostiziert, richtet sich die Behandlung nach Schweregrad und Risikoprofil.
Neben einer Anpassung des Lebensstils kommen – je nach Befund – auch medikamentöse Therapien zum Einsatz:
- Bisphosphonate oder Denosumab zur Hemmung des Knochenabbaus
- Raloxifen, insbesondere bei postmenopausalen Frauen
- Teriparatid oder Romosozumab bei schwerer Osteoporose
- Hormonersatztherapie (HRT) bei geeigneten Patientinnen nach gynäkologischer Beurteilung
Die optimale Therapie wird individuell von den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten festgelegt.
Interdisziplinäre Betreuung in der Marienklinik
Die Marienklinik bietet eine umfassende Betreuung durch die enge Zusammenarbeit der Fachbereiche Gynäkologie, Orthopädie und Radiologie.
Von der Diagnose über die Vorsorge bis hin zur Therapie erhalten Patientinnen hier eine ganzheitliche und individuell abgestimmte Behandlung.
„Unser Ziel ist es, Knochenbrüche zu verhindern, bevor sie entstehen – durch gezielte Vorsorge, moderne Diagnostik und eine abgestimmte Therapie“, fasst Dr. Tschager zusammen.
Osteoporose ist eine ernstzunehmende, aber gut behandelbare Erkrankung. Wer frühzeitig auf seine Knochengesundheit achtet und regelmäßig eine DEXA-Knochendichtemessung durchführen lässt, kann das Risiko für Brüche deutlich senken.
Besonders Frauen nach der Menopause profitieren von einer gezielten Vorsorge – unterstützt durch das interdisziplinäre Team der Marienklinik.

Dr. Alberta Dibiasi, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Carlo Sacchi, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Dr. Alexandra Tschager, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Guido Vaccari, Facharzt für Radiologie